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KölnKlavier · Themen
Literatur Inhaltsverzeichnis

Belletristik

Romane, Erzählungen

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B

Baricco, Alessandro:
Novecento. Die Legende vom Ozeanpianisten. München (Piper) 1999.

Der Pianist Novecento wurde als Findelkind auf einem Ozeandampfer gefunden, den er seitdem nie mehr verlassen hat. Er lebt für seine Musik, und diese Musik übt ihren Zauber aus auf alle, die sie hören.

Bernhard, Thomas:
Der Untergeher. Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1983.

Während der Erzähler einen Essay über den kanadischen Pianisten Glenn Gould schreibt, erfährt er vom Selbstmord seines Freundes Wertheimer. Gould, Wertheimer und der Erzähler hatten sich in Salzburg bei einem Musikkurs von Horowitz kennengelernt. Unter dem Eindruck des pianistischen Genies Glenn Gould gaben die beiden anderen ihre Pianistenkarriere auf: Der Erzähler wurde zu einem "Weltanschauungskünstler", zum Kritiker seiner Zeit und besonders zum Kritiker Österreichs, Wertheimer dagegen stürzte in eine unumkehrbare Existenzdepression. Im Laufe des "Versuchs über Glenn" wird dem Erzähler deutlich, daß es ihm eigentlich darum zu tun ist, sich Klarheit über Wertheimer, den "Untergeher", wie Glenn Gould ihn schon früh genannt hatte, zu verschaffen.

Bjørnstad, Ketil:
Vindings Spiel. Frankfurt/Main (Insel) 2006.

Aksel Vindings Leben gerät aus den Fugen, als seine Mutter bei einem Badeausflug vor seinen Augen ertrinkt. Der Fünfzehnjährige beschließt, die Schule abzubrechen und sich ganz dem Klavierspiel zu verschreiben, in Erinnerung an seine Mutter, die ihm die Liebe zur Musik vermittelte. Mit Gleichgesinnten gründet er die Gruppe "Junge Pianisten", zu der auch die begabte Anja Skoog gehört, in die Aksel sich verliebt. Die "jungen Pianisten" fühlen sich als die zukünftige Elite. Während ihre Altersgenossen die Beatles und die Rolling Stones verehren, schwärmen sie für Beethoven, Ravel, Bartók und träumen davon, Debussys Clair de Lune oder Chopins "Revolutionsetüde" einzigartig zu interpretieren. Der harte Weg durch Wettbewerbe, Debüts und Konzerte bringt sie jedoch bald an die Grenzen ihrer Kraft und ihres Lebens. Und zunehmend geraten die einstigen hehren Ideale ins Wanken. Wichtiger als die Auseinandersetzung mit der Musik werden die Fragen nach der richtigen Konzertagentur und die Selbstdarstellung im Konzertbetrieb.

Brachvogel, Albert Emil:
Friedemann Bach [1858].

Dieser Roman einer (angeblich) gescheiterten Künstlerexistenz war mitbestimmend sowohl für das Bild des alten Bach als auch für die fehlende Rezeption der Musik Friedemann Bachs. Die Moral auf den Punkt gebracht: Bleib' bei deinem demütigen protestantischen Glauben und gib dich keinen freidenkerischen, aufklärerischen Gedanken hin ...

Burgess, Anthony:
Der Mann am Klavier. Stuttgart (Klett-Cotta) 1989.

Die musikalische Begabung pflanzt sich in der Familie Henshaw auf seltsamen Wegen fort. Der eine muß auf verstimmten Klavieren in den Kinos, Kneipen und Kabaretts von Manchester seinen Unterhalt verdienen; der andere spielt auf einer Attrappentastatur, denn die wirklichen Töne würden die Schwiegermutter beim Fernsehen stören. Billy Henshaw ist ein störrisches, randalierendes musikalisches Universaltalent. Es ist die Stummfilmzeit, und für Metropolis braucht man einen Klavierspieler – um Himmels willen keinen Pianisten –, der die neuesten Schlager ebenso in den Fingern hat wie die Tonarten der Griechen. Billy Henshaw spielt sich buchstäblich zu Tode. An seinem letzten Tag improvisiert er zehn Symphonien – eine mehr als Beethoven! – und eine Oper über den Klassenkampf.

C

Carmi, Avner & Hannah:
Das unsterbliche Klavier. Die abenteuerliche und wahrhaftige Geschichte von dem verschollenen und wiedergefundenen Siena-Klavier. Stuttgart (Urachhaus) 1985.

Carpentier, Alejo:
Barockkonzert. Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1976.

Von dem französischen Musikwissenschaftler Roland de Condé auf die Vivaldi-Oper Montezuma aufmerksam gemacht, dachte Carpentier die phantastische Fabel zu diesem kleinen Meisterwerk aus. Im ironischen Ton und voller Phantasie entwirft Carpentier das Szenario eines Venedig zur Karnevalszeit am Beginn des 18. Jahrhunderts, in dem der gebildete mexikanische Kreole "El Amo" und sein schwarzer Diener "Filomeno" Vivaldi, Scarlatti und Händel treffen, am Grab von Strawinsky über neuere musikalische Strömungen diskutieren und Richard Wagner die letzte Ehre erweisen.

Conroy, Frank:
Body und Soul. Frankfurt/Main (Fischer) 1999. (= Fischer-TB 14217).

Trivialer und sprachlich dürftiger Entwicklungsroman, der allem Anschein nach aus der Retorte eines amerikanischen Creative-Writing-Seminars stammt. Ein Junge aus armen Verhältnissen entdeckt seine Liebe zum Klavier und wird zum gefeierten Pianisten. – Die Charaktere bleiben blaß, die Handlung dümpelt ohne Tiefe dahin, und von den existentiellen Nöten eines Klavierbesessenen ist wenig spürbar. Gelegentlich werden einige KV-Nummern und musikalische Allgemeinplätze erwähnt, gleichsam als Beleg, daß der Autor einen Konzertführer zu Rate gezogen hat. [Wie der sprachliche Umgang mit Musik gemeistert werden kann, dafür bietet Batya Gur: Das Lied der Könige ein gelungenes Beispiel.] Conroys Roman soll hier als abschreckendes Beispiel eines Musikerromans aufgelistet werden.

Cotroneo, Roberto:
Die verlorene Partitur. Frankfurt/Main (Fischer) 1997.

"Chopin"-Roman über ein unbekanntes Finale der vierten Ballade, teils Krimi, teils Liebesroman. Ein Pianist gelangt in den Besitz eines Chopin-Autographs und beginnt, die Botschaft hinter dieser Musik zu rekonstruieren.

Cuneo, Anne:
Der Lauf des Flusses. Berlin (Ullstein) Jahr.

Der Lauf des Flusses folgt dem Leben des englischen Edelmanns und Musikliebhabers Francis Tregian. Sein Weg führte ihn nach Mantua zu Monteverdi und zu Rubens in Antwerpen, von Paris nach London bis in die Dörfer des Schweizer Waadtlands

D

Delius, Friedrich Chr.:
Flatterzunge. Reinbek (Rowohlt) 1999.

Was Süskind für den Kontrabassisten, ist Delius für den Posaunisten. Ein Mann blamiert sich. Ein gestandener Musiker, mit einem sicheren Posten im Orchestergraben, verliert für ein paar Sekunden die Beherrschung – und alles ändert sich. Er verliert seine Arbeit, seine Freunde, seine Frau. Plötzlich gilt er als der Teufel schlechthin und kann anders als Mörder und Gauner, sein Verbrechen nicht einmal vermarkten. seine Tat ist so banal wie ungeheuerlich: In einer Hotelbar in Tel Aviv hat er einen Getränkebeleg mit "Adolf Hitler" unterschrieben. Friedrich Christian Delius greift einen Vorfall auf, der 1997 durch die Presse ging. Ein Mitglied des Orchesters der Deutschen Oper Berlin hatte bei einem Gastspiel in Israel mit der Provokation seiner Unterschrift die deutsch-isralelischen Beziehungen auf das empfindlichste gestört und wurde dafür gnadenlos bestraft. Delius deutet dieses spektakuläre Ereignis auf seine Weise. Mit sprachlicher Präzision, feiner Psychologie und ironisch gefärbter politischer Aufmerksamkeit fragt er: Was führt einen, der kein Antisemit ist, zu solch einer Entgleisung? Die Erzählung ist in der lockeren Form eines Tagebuchs geschrieben. Ein leicht verrücktes Tagebuch über Musik und Liebe, Antisemitismus und Philosemitismus, Berlin und Tel Aviv, über Blechbläser und andere Musikanten, dazu ein politisches Rätsel mit einem überraschenden Finale.

E

Enquist, Anna:
Die Erbschaft des Herrn Leon. Frankfurt/Main (Luchterhand) 1997.

Wanda Wiericke wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Die Sechsjährige erhält Klavierunterricht von Herrn de Leon. Es sind unbeschwerte, mit Musik ausgefüllte Jahre. Als deutsche Truppen die Niederlande besetzen und die Gestapo Wandas geliebten Klavierlehrer abholt, hinterläßt er ihr einen Koffer mit Partituren und ein Geheimnis.

Enquist, Anna:
Kontrapunkt. 220 S. München (Luchterhand) 2008. ISBN 978-3-630-87282-7

Eine Mutter will die Erinnerung an ihre tragisch verstorbene Tochter lebendig erhalten. Sie stemmt sich gegen die verstreichende Zeit - und verzweifelt fast daran.Dann nimmt sie sich zum ersten Mal seit ihrer Zeit am Konservatorium die Goldberg-Variationen von Bach wieder vor, kauft Partituren, schreibt Fingersätze, beschäftigt sich mit Bachs Leben. Spielt und interpretiert. Dreißig Variationen, eine Aria am Anfang und am Schluss: Die Harmonie, die Vielstimmigkeit, die verschiedenen Formen und Klänge von Bachs Musik evozieren und begleiten Szenen aus dem Leben mit ihrer Tochter, von der Geburt bis zum Studienabschlussfest, Familienferien zu viert mit Mann und Sohn, Meinungsverschiedenheiten und Augenblicke größter Nähe. [Klappentext - Auszug)

F

Faber, Michel:
Die Unvollendete. München (List) 2004.

Faes, Urs:
Als hätte die Stille Türen. Frankfurt/Main (Suhrkamp) 2005.

Alles ändert sich für David Rudan, als er der Sängerin Simone Thalmann begegnet. Die Liebe zu ihr setzt ihn, den eine Krankheit lange zurückgeworfen hatte, in Bewegung: David bricht auf, schreibt, reist – und beginnt auf dieser Suche sich mit Alban Berg zu beschäftigen: mit dem Komponisten, für den sich alles änderte, als er sich in die Prager Jüdin Hanna Fuchs-Werfel verliebte. Über zehn Jahre schrieb er ihr Briefe; seine – unerfüllte – Liebe wurde ihm zum Antrieb für sein Schaffen, seine Musik. Indem David der Geschichte Alban Bergs nachgeht, um, wie er sagt, das Eigene im Fremden zu suchen, findet er Antworten auf seine Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen der Liebe, nach ihrem Scheitern und ihren Utopien.
Zwei Liebesgeschichten werden erzählt, die eine angesiedelt im Umfeld der Zweiten Wiener Schule, die andere in der Gegenwart, auf einer Reise von Zürich bis an die dalmatinische Küste. Auf kunstvolle Weise werden beide miteinander verknüpft, in Landschaften, Motiven, Bildern. Und sie finden zusammen in der Musik, in der Aufführung von Alban Bergs Violinkonzert.

Faschinger, Lilian:
Wiener Passion. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1999.

Funke, Klaus:
Am Ende war alls Musik. Leipzig (Faber & Faber) 2005.

Zwei Novellen – die titelgebende über Johannes Brahms und Abschied am Fluß über Clara Schumann – in einer Sprache, die man eher im ausgehenden 19. Jahrhundert als zu Beginn des 21 Jahrhunderts verorten würde. Keine "große", spektakuläre Literatur, aber ein ruhiger, mitunter elegischer Erzählfluß mit immer stimmigen Bildern. Lektüre für einen Abend und allemal um einiges gehaltvoller als das Fernsehprogramm.

Funke, Klaus:
Der Teufel in Dresden. Paganini-Roman. Leipzig (Faber & Faber) 2006.

G

Gailly, Christian:
KV 622. Bremen (Manholt) 1991.

Zufällig hört der Erzähler dieses Romans Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 im Radio. Fortan ist es sein Bestreben, dieses Konzert live zu hören. Er bricht auf aus der Provinz nach Paris, um das Konzert in einem live zu genießen. Doch neben dem Erzähler sitzt eine blinde Frau, deren Ehemann sie ins Konzert gebracht hat, um sie dann für immer zu verlassen…

H

Hesse, Hermann:
Gertrud [1910]. Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1982. (= st 890).

Die Lebensgeschichte des Geigers und Komponisten Kuhn im Spannungsfeld von künstlerischem Ruhm und Liebesleid.

Heym, Oscar:
Kurkonzert. Köln (Dumont) 1998.

Dreißig Jahre hat sich der Pianist Ruhmoor auf sein Konzert vorbereitet und seine Kunst perfektioniert. Aber dann platzt seine Karriere, bevor sie beginnt. Ruhmoor verliert die Kontrolle über sein Gehör. Er flüchtet in die scheinbare Obhut der Kurstadt Baden-Baden. Doch der ertaubte Künstler betritt keine heile Welt. Sein Arzt erweist sich als zwielichtiger Scharlatan, und das reiche Ambiente aus schönem Schein und gewesener Noblesse kaschiert die dahinterliegenden Abgründe nur mühsam. Der Kurgast ist ausgeliefert, sein Schicksal bei der Anreise bereits besiegelt. (Verlagstext)

Hoffmann, E.Th.A.:
Die Lebensansichten des Kater Murr. Nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern.

Hultberg, Peer:
Präludien. Wien (Residenz) 1992.

Ein Chopin-Roman. Geschildert wird die Entwicklung des Kindes, das in einer wohlbehüteten Welt aufwächst, die geprägt ist durch den Geist der Aufklärung.

I/J

Jelinek, Elfriede:
Die Klavierspielerin. Reinbek (Rowohlt) 1998.

Jelisarow, Michail:
Die Nägel. Leipzig (Reclam) 2003.

Jonke, Gert:
Opus 111. Frankfurt/Main (Verlag der Autoren) 1993.

K

Kinskofer, Lotte:
Der Klavierling. Zürich (Palazzo) 1999.

Ein kleines Männchen im Klavier, das falsche Töne verhindert – ist das nicht der Wunsch eines jeden Pianisten und eines jeden Kindes, das sich mehr oder minder freiwillig an die Tasten setzt. Dieses Buch erzählt von Daniela, die lieber Saxophon statt Klavier spielen möchte, und von Crescendo aus dem Geschlecht der Klavierlinge, die schon dem großen Johann Sebastian Bach hilfreich zur Seite gestanden haben. – Ein reizendes Kinderbuch, laut Verlag für Kinder ab acht Jahren.

Kühn, Dieter:
Beethoven und der schwarze Geiger. Frankfurt/Main (Insel) 1990.

Während Kühn sich in seiner Biographie über Clara Schumann an die historischen Fakten hält, ist dies ein Roman über eine Schiffsreise, die nie stattgefunden hat. Die Hauptfiguren sind jedoch historisch real – auch der farbige Geiger George Augustus Polgreen Bridgetower, Sohn eines ehemaligen Sklaven der Antilleninseln und einer Polin aus Galizien. Beethoven schrieb für Bridgetower eine Violinsonate, die er im Autograph betitelt hat als "sonata mulattica". Berühmt geworden ist die Sonate dann allerdings unter anderem Namen: als "Kreutzersonate".

Krauser, Helmut:
Melodien oder Nachträge zum quecksilbernen Zeitalter. München (List) 1993.

Ein Roman über die hypnotische und zerstörerische Kraft der Musik, über Gesualdo, Palestrina, Allegri und den Kastraten Pasqualini. Und dann gibt es in der Gegenwart den Photographen Täubner, der unversehens in die Kreise wirrer Musikforscher gerät.

Kreuz, Angela:
Scarlattis Wintergarten. Osnabrück (Der andere Verlag) 2005.

Krüger, Michael:
Die Cellospielerin. Franfurt/Main (Suhrkamp) Jahr.

Vor noch nicht langer Zeit, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, gehörte es für junge Musiker zum guten Ton, bei so genannten Jugendkulturwochen im Ostblock über das Thema "Musik und Gesellschaft" nachzudenken. Jetzt, mehr als zwanzig Jahre später, steht eine Tochter dieser Generation vor der Tür eines Komponisten in München, Judit aus Budapest. Sie möchte das Cellospiel erlernen. Sie sieht aus wie eine verblüffend gelungene Kopie ihrer exzentrischen Mutter Maria, die einst eine berühmte Sängerin der Avantgarde war – und wie ihre Mutter glaubt Judit fest an die hohen Ideale der Kunst. Der Komponist ist sich seiner Sache da nicht so sicher. Er verdient seit geraumer Zeit sein gutes Geld mit Erkennungsmelodien für Fernsehserien und plagt sich nimmermüde mit dem Projekt einer Mandelstam-Oper ab, die, so dürfen wir vermuten, den Weg auf die Bühne nie finden wird. Judit, die "falsche Tochter", bringt mit ihrem irrlichternden Wesen den Komponisten an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.

L

La Mure, Pierre:
Clair de Lune. Der Lebensroman des Claude Debussy. Hamburg (Wegner) 1963.

Lange, Hartmut:
Das Konzert. Novelle. Zürich (Diogenes) 1984.

Im Salon der Frau Altenschul treffen sich seltsame Gäste: Es ist die jüdische Crème Berlins - und sie sind ausnahmslos tot, von den Nationalsozialisten umgebracht. Ihre posthumen Zusammenkünfte dienen dazu, inmitten schöner Dinge diesen gewaltsamen Tod, das häßliche Ende im Massengrab zu vergessen. Doch auch die Mörder zieht es dorthin; draußen vor der Tür warten sie auf Sühne. Und die Erlösung für beide soll von der Musik kommen, von dem jungen Pianisten Lewanski ...

Lange, Hartmut:
Das Streichquartett. Zürich (Diogenes) 2001.

Eine "Kammernovelle" über Kammermusiker und ihre Neurosen. Eigentlich ist Schönbergs 4. Streichquartett Opus 37, an dem das Quartett um den Primarius Berghoff unermüdlich probt, nicht gerade geeignet, dessen ohnehin angespannten Geisteszustand zu beruhigen. Ebensowenig wie die Tatsache, daß Berghoffs Frau mit den Töchtern zu einer Erholungsreise aufgebrochen ist, die kein Ende nehmen will. Als dann plötzlich – Traum eines jeden Geigers – eine wertvolle Mittenwalder Geige in seiner verlassenen Wohnung steht, nimmt ein Alptraum seinen Lauf. Eine lohnenswerte Lektüre – nicht nur für Liebhaber der Zweiten Wiener Schule.

Lange, Hartmut:
Die Waldsteinsonate. Novellen. Zürich (Diogenes) 1984.

Franz Liszt erhält für den 1. Mai 1945 eine Einladung in den Bunker der Berliner Reichskanzlei.

Liebert, Andreas:
Marcellos Geige. München (Lichtenberg) 1998.

Die Guarneri-Geige, die dem Komponisten Corelli mit ins Grab gelegt wurde, taucht wenig später in Venedig in den Händen eines armen Spielmannes auf. Kurz bevor er einem Meuchelmord zum Opfer fällt, übergibt er das Instrument seinem Sohn. Dieser begibt sich an den Hof nach Dresden, wo ihn höfische Intrigen an den Rand des Abgrunds bringen. Die Verwicklungen spitzn sich zu, bis unversehens der Siebenjährige Krieg ausbricht.

Lind, Hera:
Ein Mann für jede Tonart. Frankfurt (Fischer) 1989.

Eine Musikstudentin verdingt sich als Solosängerin bei Kirchenkonzerten. Als sie sich (eher naiv als "emanzipiert") sowohl mit einem verheirateten Arzt als auch mit dem lokalen Musikkritiker einläßt, führt dies zu folgenreichen Komplikationen… – Zweifelsohne amüsant, leider aber auch sehr oberflächlich geschrieben. Immerhin: Hera Lind begann mit diesem Trivialroman ihre Medienkarriere.

M

Makine, Andrei:
Musik eines Lebens. Hamburg (Hoffmann & Campe) 2003.

Der Frühling 1941 ist für den jungen Alexej Berg eine Zeit der Hoffnung: In wenigen Tagen soll er in Moskau sein erstes Klavierkonzert geben. Doch Stalins Schergen machen seinen großen Traum zunichte: Als er zwei Tage vor dem Konzert von den Proben nach Hause geht, erfährt er durch Zufall, daß man seine Eltern verhaftet hat. Und als er ungläubig zu den Fenstern ihrer Wohnung späht, entdeckt er hinter den Gardinen einen Offizier: Man wartet nur noch auf ihn… Alexej flüchtet aus Moskau zu Verwandten aufs Land. Als deren Hof den Deutschen in die Hände fällt, streift sich Alexej die Uniform eines toten Soldaten über und nimmt damit auch dessen Identität ein. Eine Odyssee durch das Kriegsgeschehen beginnt. Als er nach Kriegsende als Chauffeur eines Generals nach Moskau zurückkehrt, spielt er immer noch die Rolle des ihm unbekannten toten Soldaten. Da erweckt er plötzlich das Interesse der heranwachsenden Tochter des Generals. Sie will dem einfachen Soldaten Klavierunterricht geben…

Mann, Thomas:
Doktor Faustus. Frankfurt/Main (Fischer)

Der Tonsetzer Adrian Leverkühn verkauft um der Musik willen seine Seele, d.h. seine Fähigkeit zu fühlen und zu lieben. Manns sprachgewaltiges Opus hat bis heute nichts an Faszination und Aktualität eingebüßt. Auch in Manns sonstigem Schaffen, in seinen Novellen und Erzählungen, spielt Musik – vor allem die Auseinandersetzung mit Richard Wagner – eine wichtige Rolle.

Mason, Daniel:
Der Klavierstimmer ihrer Majestät. Ort (Blessing) 2003.

Auf dem Weg nach Birma hört der Klavierstimmer Edgar Drake abenteuerliche Gerüchte über den britischen Militärarzt Anthony Carroll, dessen Klavier er stimmen soll. Carroll operiere und impfe die Birmanen, versuche aber zugleich, die marodierenden Warlords mit Musik und Poesie zu befrieden. Ein Rebell, der sich der britischen Krone durch seine Beziehungen zu den Einheimischen unentbehrlich gemacht hat. Nach seiner Ankunft im Fort gerät der Klavierstimmer so sehr in den Bann dieses charismatischen Arztes, dass er noch lange, nachdem er den Flügel gestimmt hat, in den Shan-Hochebenen bleibt. Er verliebt sich Khin Myo, eine schöne und gebildete Birmanin, die aber an Carroll gebunden zu sein scheint. Als einheimische Stämme das Fort des Militärarztes angreifen, muss Edgar Drake fliehen. Es ist eine Flucht ohne Hoffnung, denn inzwischen wird der Klavierstimmer von seinen eigenen Landsleuten als Verräter betrachtet, der einem Spion zugearbeitet hat.

Maurensig, Paolo;
Spiegelkanon. (Hoffmann & Campe) 1997.

Ein österreichischer Aristokrat ersteigert eine wertvolle Geige und gerät unversehens einem dramatischen Kapitel seiner Familiengeschichte auf die Spur, einer Geschichte von Genie und Tod, von Wahn und Liebe.

Mercier, Pascal:
Der Klavierstimmer. München (Knaus)

Familiensaga oder Krimi? Ein berühmter italienischer Tenor wir auf offener Bühne erschossen. Die Kinder des Täters, die Zwillinge Patrice und Patricia versuchen zu ergründen, wie es zu dieser pathetischen Tat kommen konnte. Schicht um Schicht legen sie die Beweggründe frei, die den Vater, einen legendären Klavierstimmer und erfolglosen Opernkomponisten, zur Waffe greifen ließen. – Mercier schildert den Verfall einer Familie, mitunter sehr detailbesessen, aber psychologisch höchst eindringlich und in einer sprachlichen Dichte, die das literarische Vorbild Thomas Mann nicht verkennen läßt.

Messmer, Franzpeter:
Der Venusmann. Ort (Scherz) 2002.

Der Kastrat Carlo Farinelli verführte durch seinen Gesang. Den einen war er Gottes Stimme, den anderen galt er als "Venusmann", weswegen er von der Inquisition verfolgt wurde. Ein Verführer in der Verkörperung des Androgynen und Bisexuellen. Er liebte Männer wie Frauen, ihm lagen Primadonnen, Kardinäle, Königinnen und Könige zu Füßen. Sein Weg führte vom jungen Kastraten in Neapel zum gefeiertsten Sänger seiner Zeit und zum Operndirektor und einflußreichsten Minister am spanischen Königshof.

de Moor, Margriet:
Der Virtuose. München (Hanser) 1994.

Schauplatz des Romans ist das Neapel der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der barocke Belcanto die Menschen faszinierte. Die ganze Stadt liegt dem jungen Kastraten Gasparo Conti zu Füßen. Die junge, verheiratete Contessa Carlotta verliebt sich in ihn, und die beiden verleben eine rauschhafte Zeit: Musik, Liebe und Erotik durchdringen sich und versetzen die Contessa in einen überirdischen Zustand. Die leidenschaftliche Liebe hält eine Saison lang, dann beginnt der Virtuose, sich von Carlotta abzuwenden…

de Moor, Margriet:
Kreutzersonate – Eine Liebesgeschichte. München (Hanser) 2002.

Ähnlich wie Tolstoj Beethovens "Kreutzersonate" zum Angelpunkt seiner Erzählung machte, die wiederum Janacek zum Anlaß seines Streichquartetts "Kreutzersonate" gab, so bildet Janaceks Streichquartett die Folie für den neuen Roman Margriet de Moors: Ein blinder, alternder Musikkritiker verliebt sich in eine junge Geigerin - was in den seltensten Fällen glücklich ausgeht. – Die Autorin arbeitet bewußt mit den Erzählstrukten Tolstojs, so daß sich hier ein reizvolles Vexierspiel ergibt aus zwei Musik- und einer Literaturvorlage.

Morsbach, Petra:
Der Cembalospieler. Roman. München (Piper) 2008. 282 S.

Morsbach, Petra:
Opernroman. Frankfurt/Main (Eichborn) 1998.

Leicht und amüsant geschriebener Roman über das Leben und Lieben hinter den Kulissen, über intrigante Intendanten, treulose Tenöre und desillusionierte Dramaturgen.

O

Ortheil, Hanns-Josef:
Die Nacht des Don Juan. Luchterhand (München) 2000.

An einem Herbstabend des Jahres 1787 kommt überraschend Giacomo Casanova auf Einladung des Grafen Pachta nach Prag. Auch Mozart und Lorenzo da Ponte befinden sich in der Stadt und arbeiten an der Oper der Opern, dem "Don Giovanni". Bald schon erfährt Casanova, daß sich da Ponte mit dem Libretto über den Verführer abmüht. Casanova selbst hingegen verbreitet im Palais seines Gastgebers Leichtigkeit und Glanz, er feiert große Feste, spinnt ein Netz aus Intrigen - und ohne daß es bemerkt würde, hat er schon die Vollendung dieser Oper in seine eigenen, einzigartig erfahrenen Hände genommen. Ein fiktiver Roman über die Musik, über die Liebe und die schöne Kunst der Verführung. Man spürt in jeder Zeile, daß Ortheil weiß, worüber er schreibt; denn nicht zuletzt ist er auch Pianist und Musikwissenschaftler. Welch sensibles Gespür er für sprachliche Nuancierungen besitzt, hat er seinerzeit auch in seinem Essay über Mozarts Briefe (Mozart im Innern seiner Sprache) bewiesen.

P

Pagnard, Rosemarie:
Judiths Vermächtnis. Basel (Lenos) 2002.

Patchett, Ann:
Bel Canto. München (Piper) 2001.

Abendkleider, Champagnergläser und eine begnadete Operndiva: der perfekte Rahmen für eine unvergeßliche Geburtstagsfeier. Plötzlich fallen Schüsse, und alles nimmt ein jähes Ende. Abgeschnitten von der Außenwelt und in tödlicher Gefahr, durchlebt die exklusive Gästeschar die Schrecken einer Geiselhaft – und zugleich die kostbarsten Momente ihres Lebens durch die Kraft der Musik.

Puschkin, Alexander:
Mozart und Salieri [1832].

Puschkin griff für sein Konversationsschauspiel das Gerücht auf, wonach Salieri Mozart ermordet habe, und gestaltet daraus eine psychologische Tragödie über Genie und Mittelmaß, Kunst und Neid. Das Thema har der englische Dramatiker Peter Shaffer in seinem Theaterstück Amadeus erneut aufgegriffen, das wiederum als Vorlage zu Milos Foremans gleichnamigem Film diente.

R

Rathbone, Julian:
Querubin oder der letzte Kastrat. Hamburg (Europa) 2004.

Rice, Anne:
Falsetto. München (Goldmann) 1995.

Italien, um 1750. Der Gesangslehrer und Komponist Guido Meffeo reist durchs Land auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs für das berühmte Kastratenkonservatorium in Neapel. In Venedig hört er die wundervolle Stimme des fünfzehnjährigen Marco Antonio Treschi, dessen Vater einer einfußreichsten Senatoren der Republik ist. Doch dann stirbt Antonios Vater – und der junge Mann fällt einer Intrige zum Opfer, die ihn zum Ausgestoßenen und Katraten macht. Schnell gelangt er zu Ruhm und Ehre, doch sein Herz dürstet nach Rache… [Klappentext].

Rubens, Bernice:
Madame Sousatzka. Bielefeld (Pendragon) 2000.

S

Salzman, Mark:
Der Solist. München (Kindler) 1994.

Der Cellist Reinholt Sundheimer hat den Sprung vom genialen Wunderkind zum gereiften Solisten nicht geschafft und fristet sein Dasein als Cellolehrer an einem Music-College. Da bringen zwei Ereignisse Bewegung in sein Leben: Reinholt wird zum Geschworenen in einem Prozeß berufen, in dem es um den Mord an einem buddhistischen Mönch geht; und er nimmt einen koreanischen Jungen als Schüler auf, der eine ungewöhnliche Bgabung aufweist. (Klappentext)
Der Plot mit seinen verschiedenen Handlungsebenen verspricht Spannung, wie auch die Abgründe von künstlerischer Existenz und die verzweifelte Suche nach Liebe die Grundlage eines großen Romans abgeben könnten. Leider bleibt der Autor gedanklich und sprachlich zu sehr an der Oberfläche. Die Banalität der Dialoge ist mitunter unerträglich, und die Handlungsstränge laufen nebeneinander her, ohne je wirklich miteinander verknüpft zu werden. Man gewinnt den Eindruck, als habe der Autor das Handbuch "How to Write a Bestseller" nur zur Hälfte gelesen.

Schlüter, Wolfgang:
Anmut und Gnade. Frankfurt/Main (Eichborn) 2007.

Ein Roman über Jean-Philippe Rameau und die Opernwelt des 18. Jahrhunderts. Ein Roman über historische Aufführungspraxis und den Musikbetrieb der "Alten Musik". Ein Roman nicht zuletzt auch über das Paris der Gegenwart, seine Vororte mitsamt ihren sozialen Verwerfungen. Das Ganze wirkt arg konstruiert und in den Dialogen so hölzern, daß sich der Leser andauernd fragt, warum ein Roman? Hätte Schlüter sein profundes Wissen über die französische Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts für eine grundlegende Rameau-Biographie genutzt, so wäre der musikliterarischen Welt mehr gedient gewesen!

Schneider, Robert:
Schlafes Bruder. Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der 22jährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen. Leipzig (Reclam) 1992.

Seth, Vikram:
Verwandte Stimmen. Reinbek (Kindler) 2000.

Der Geiger Michael Holme hat nicht die große Karriere gemacht, die er sich erhofft hat. Weder seine finanziellen noch seine privaten Verhältnisse sind befriedigend. Von seinen Einkünften kann er es sich nicht einmal leisten, die Geige, die er schon seit Jahren spielt, zu erwerben. Und die Beziehung mit seiner Freundin hält er nur aus Bequemlichkeit und Feigheit aufrecht. Eines Tages taucht seine alte große Liebe wieder auf. Doch Julia ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn. Dennoch läßt sie sich auf ein Verhältnis mit Michael ein. Und Michael erfährt ihr Geheimnis: Sie, die Pianistin verliert langsam ihr Gehör. (Klappentext).

Shaffer, Peter:
Amadeus. Frankfurt/Main (Fischer) 1982.

Die wenigsten wissen, daß Milos Foremans Film Amadeus auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Shaffer basiert der sich wiederum an Puschkins Konversationsstück Mozart und Salieri anlehnt. Shaffer zeigt Salieri als den einzigen seiner Zeit, der das Genie Mozarts erkannte, die ungeheuerliche Diskrepanz zwischen Mozarts ordinärer Lebenshaltung und seiner göttlichen Musik nicht zu ertragen vermochte, seinen Kampf mit Mozart zu einem Kampf mit Gott machte und erleben mußte, daß dreißig Jahre nach Mozarts Ende die ganze Welt voll war vom Entzücken über Mozarts Musik, er selbst dagegen völlig vergessen. In einem letzten Racheakt gegenüber göttlichem Walten streute er aus, er habe Mozart vergiftet: ein letzter Versuch, an Mozarts Unsterblichkeit teilzunehmen.

Süskind, Patrick:
Der Kontrabaß. Zürich (Diogenes) 1984.

Ein Theaterstück, ein Monolog, der beim Lesen vielleicht noch eindringlicher wirkt als auf der Bühne, weil einem das Lachen immer wieder im Halse stecken bleibt. Die Pointen, die Süskind setzt, sind sicherlich komisch, aber es ist die schwermütige Komik des traurigen Clowns. Die Einsamkeit des Langstreckenläufers, die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter ist harmlos, verglichen mit der Verlorenheit des Kontrabassisten im Orchester.

T

t'Hart, Maarten:
Das Wüten der ganzen Welt. München (Piper) 1999.

Tinzmann, Julius:
Das Klavier. Romantrilogie.

  1. Ich bin ein Preuße
  2. Deutschland, Deutschland
  3. Die Fahne hoch

Tinzmanns Familiensage spannt den Bogen vom Vorbend des ersten Weltkriegs bis in die fünfiger Jahre. Im Mittelpunkt der gutbürgerlichen Familie Borkowski steht das Klavier, ein unverwüstlicher Chickering: Stolz der Mutter und nicht ganz unbeteiligt an der Lebensplanung der Kinder. Tinzmann schildert auf unprätentiöse, aber eindringliche Weise die charakterliche (und künstlerische) Entwicklung der Hauptfiguren, die immer auch mit dem politischen Geschehen in Deutschland verbunden ist. - Die auf jedenfall lesenswerte Trilogie ist zur Zeit leider nur in Antiquariaten (Suche über ZVAB) zu finden.

Tolstoj, Leo:
Kreutzersonate.

Erzählung über den Verfall der Sitten, über Ehe und Ehebruch und über die verführerische und verderbliche Kraft kammermusikalischen Musizierens.

V

de Vries, Theun:
Die Kardinalsmotette. Köln (Dittrich) 2002.

Der junge Niederländer Wolf hört in Mailand er eine Motette des Josquin de Prés und ist wie gebannt von dieser Musik. Er wird Schüler und Freund des Meisters Josquin erlebt er das Aufkommen der "neuen Musik" im Italien der Renaissance. Gemeinsam fliehen Wolf und Josquin vor der Pest von Mailand nach Parma, ziehen weiter nach Florenz und dann nach Rom, wo sie an der Sixtinischen Kapelle als Sänger in den päpstlichen Chor aufgenommen werden. Die Ewige Stadt offenbart ihnen ihre Widersprüche: Ausschweifungen und Verderbnis beherrschen das Leben im Vatikan, Machtkämpfe zwischen den Fürstenhäusern erschüttern das Land, und Künstler wie Leonardo da Vinci, Pinturicchio und Michelangelo schaffen ihre unvergänglichen Meisterwerke. Nach erlebnisreichen, aber dennoch unbefriedigenden Jahren erkennt Wolf, daß er Rom verlassen und in sein Land zurückkehren muß. Hier wird er die neue Musik, die er in Italien kennengelernt hat, fruchtbar verarbeiten können.

W

Wallner, Michael:
Finale. Berlin (Rowohlt) 2003.

Gleich an seinem ersten Abend in Wien geht der Mann ins Symphoniekonzert und sieht auf dem Podium eine junge Geigerin, die ihn an seine große Liebe erinnert – Klara. Doch sie kann es nicht sein, denn Klara ist tot, vor Jahren und mysteriösen Umständen ertrunken. Die Begegnung mit ihrer Doppelgängerin weckt im müden Helden neuen Lebensmut und Tatendrang. Er ist überzeugt, Klara wiedergefunden zu haben, obgleich die junge Frau selbst davon nichts wissen will.

Weiß, Ernst:
Franziska. Frankfurt am Main (Suhrkamp)

Der zuerst 1916 unter dem Titel "Der Kampf" erschienene expressionistische Roman schildert die Zerrissenheit einer Pianistin zwischen Karriere und Privatleben.

Werner, Heide:
Die Pianistin. (Salzer) 1998.

Whyte, Christopher:
Die Stumme Sängerin. Berlin (Kindler) 2001.

Der Roman spielt in Venedig in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein Impresario will ein Theater, das seit sieben Jahren leer gestanden hat, nachdem bei einer Vorstellung ein Unfall und ein Mord passiert waren, wiedereröffnen. Die Hauptfigur ist der junge Komponist, den er angeheuert hat, damit er wärend der Spielzeit auch eine neue Oper auf seine Bühne bringen kann.

Widmer, Urs:
Der Gelebte der Mutter. Zürich (Diogenes) 2000.

Die Parallelen zur Wirklichkeit sind kaum zu übersehen: Die Figur des Schweizer Dirigenten Edwin trägt alle Züge von Paul Sacher – man braucht nur das "Junge Zürcher Orchester" durch "Basler Kammerorchester" zu ersetzen, die Maschinenfabrik, die Edwin nebenher leitet, durch den Chemiekonzern Ciba-Geigy usw. Bleibt zu spekulieren, wer sich hinter Clara verbirgt, Edwins Geliebter und Sekretärin zu Anfang seiner Karriere. Ein (auto-)biographischer Schlüsselroman? In Interviews zu diesem Roman hat Widmer wiederholt klargestellt, daß es ihm nicht um Biographie oder Enthüllung geht. Vielmehr will er zeigen, wie ein Mensch am andern zerbricht. Und nicht zuletzt wirft er die Frage auf, ob ein begnadeter Musiker in jedem Falle auch einen integeren Charakter oder doch zumindest menschlichen Anstand besitzt.

Wondratschek, Wolf:
Mara. Ort (Hanser) Jahr.

Die abenteuerliche Geschichte eines Cellos, von ihm selbst erzählt: Es ist mehrmals um die Welt gereist, hat für Könige und Bürger gespielt, in Kathedralen, Schlössern und modernen Philharmonien. Es hat 300 Jahre auf dem Buckel, klingt wie am ersten Tag und hat seinen Namen von dem berüchtigten Virtuosen Mara, dessen Eskapaden im 18. Jahrhundert für Gesprächsstoff sorgten. Die spannende Zeitreise des 1711 von Antonio Stradivari hergestellten Mara-Cellos.