Home | Impressum
KölnKlavier · Themen
Literatur Inhaltsverzeichnis

Aufführungspraxis und Stilistik

Zu aufführungspraktischen Fragen einzelner Komponisten s.a. die Abteilung Personen (Komponisten, Interpreten), dort vor allem die Abschnitte Bach, Johann Sebastian, Beethoven, Ludwig van und Mozart, Wolfgang Amadeus.

Agricola, Johann Friedrich:
Anleitung zur Singekunst [Berlin 1757]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1994.
Reprint (mit Notenbeispielen im Neusatz): Kassel (Bärenreiter) 2002.

Ahlgrimm, Isolde:
Ornamentik der Musik für Tasteninstrumente. Ein Kompendium. Graz (Akademische Druck- und Verlagsanstalt) 2005 f.

  1. Deutschsprachige Quellen.
  2. [noch nicht erschienen].

Auf kleinen Notizzetteln hat die Cembalistin Isolde Ahlgrimm Zitate zur Ornamentik gesammelt. Etwa hundert deutschsprachige und fremdsprachigen Autoren hat sie im Laufe der Jahre ausgewertet, fünf Kartons umfaßte der "Zettelkasten" schließlich, der ursprünglich nur für die eigene Arbeit und für Unterrichtszwecke gedacht war. Um das weite Feld der Verzierungslehren einzugrenzen, beschränkte Isolde Ahlgrimm sich auf die Schriften, die speziell die Musik für Tasteninstrumente behandeln, und auf einige allgemeine Musiklexika. Die aufführungspraktische Literatur für Streich- und Blasinstrumente sowie die Vokalmusik (z.B. Leopold Mozart, Tartini, Quantz, Tosi/Agricola) blieben bewußt ausgeklammert. Weswegen allerdings die Herausgeber nun eine Reihe von Quellen, die Isolde Ahlgrimm ausgewertet hat, nicht in das Kompendium übernommen haben (u.a. J.C.F. Fischers "Musikalisches Blumenbüschlein", Muffats Vorwort zu den "72 Versetl samt 12 Toccaten" Griepenkerls Abhandlung "Ueber den Vortrag der Polonoisen von Wilhelm Friedemann Bach" oder Czernys "Schule der Verzierungen"), wird auch im Vorwort nicht weiter erörtert.
 
Trotz dieses Mangels ist dieses Kompendium ein unentbehrliches Nachschlagewerk, wenn es um die Auflösung von Verzierungen geht, angefangen von Ammerbachs "Orgel oder Instrument Tabulatur" (1571) bis hin zu Czernys "Pianoforte-Schule op. 500" (1839). Die Notenbeispiele sind in moderner Schlüsselung wiedergegeben, offensichtliche Stecherfehler wurden korrigiert, mitunter werden mißverständliche Beschreibungen und Zweifelsfälle ausgiebig erläutert. Ergänzt wird die Sammlung durch ein Verzeichnis der von den Autoren verwendeten Termini und einem Register der Symbole.

Bach, Carl Philipp Emanuel:
Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen [Berlin 1753/62]. Reprint (mit Notenbeispielen im Neusatz): Kassel (Bärenreiter) 1994.

Baker, Theodore:
The aesthetics of pianoforte-playing. Ort (Verlag) Jahr.

Cooper, Peter:
Style In Piano Playing. London (John Calder) 1975. ISBN 0714535125

Couperin, François:
L'Art de toucher le clavecin [Paris 1717]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1933. (= Ed. Breitkopf 5560).

Czerny, Carl:
Von dem Vortrage op. 500,3 [Wien 1839]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1991.

Dussek, Jan Ladislaus & Pleyel, Ignaz:
Méthode pour pianoforte [Paris 1797]. Reprint: Florenz (SPES) o.J. (= Archivum Musicum. L'Arte del Fortepiano 6)

Ferguson, Howard:
Keyboard interpretation from the 14th to the 19th Century. An Introduction. Oxford (OUP) 1975.

Gedan, Jörg:
Verzierungen. Anmerkungen zu Ornamenten in der Klaviermusik (Triller, Praller, Doppelschläge u.a.). URL: http://www.pian-e-forte.de.

Eine Publikation, die über die ambitionierte Website des Musikers und Klavierpädagogen J. Gedan als PDF-Datei zugänglich ist (Abteilung "Das Klavier / Fachwissen – Downloads / Spieltechnik")

Harich-Schneider, Eta:
Die Kunst des Cembalospiels. Nach den vorhandenen Quellen dargestellt und erläutert. Kassel (Bärenreiter) 1970.

Harnoncourt, Nikolaus:
Musik als Klangrede. Wege zu einem neuen Musikverständnis. München (dtv / Bärenreiter) 1985. (= dtv-TB 10500).

Heuser, Paul:
Das Clavierspiel der Bachzeit. Ein aufführungspraktisches Handbuch nach den Quellen. Mainz (Schott) 1999. (= Schott ED 8710).

Hudson, Richard:
Stolen time. The history of tempo rubato. Oxford (Clarendon Press) 1996. ISBN 0198161697

Linde, Hans-Martin:
Kleine Anleitung zum Verzieren alter Musik. Mainz (Schott) 1958. (= Schott ED 4758).

Lohmann, Ludger:
Die Artikulation auf den Tasteninstrumenten des 16.-18. Jahrhunderts. Regensburg (Bosse) 1990.

Marpurg, Friedrich Wilhelm:
Anleitung zum Clavierspielen der schönern Ausübung der heutigen Zeit gemäß entworfen [Berlin 1765]. Reprint: Hildesheim (Olms) 1970.

Mattheson, Johann:
Der vollkommene Kapellmeister. [Hamburg 1739]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1954. Neusatz: Kassel (Bärenreiter) 1999.

Miehling, Klaus:
Das Tempo in der Musik von Barock und Vorklassik. Die Antwort der Quellen auf ein umstrittenes Thema. Wilhelmshaven (Noetzel) 1993.

Mozart, Leopold:
Gründliche Violinschule [1789]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1991.

Noé, Günther von:
Der Vorschlag in Theorie und Praxis. Ein Ratgeber für den Interpreten. Wien (Doblinger) 1986.

Ott, Vorname:
Handbuch der Verzierungskunst in der Musik. München (Ricordi) 1997 ff.

  1. Grundlagen.
  2. Die Vokalmusik von den Anfängen bis um 1750.
  3. Die Vokalmusik in der Zeit Mozarts.
  4. Die Vokalmusik im 19. Jahrhundert.
  5. Das Lied – Die Kastraten.
  6. Tasteninstrumente.

In gut lesbarer Weise sollen der Berufsmusiker ebenso angesprochen und kenntnisreich informiert werden wie der Musikwissenschaftler und der interessierte Laie. Ziel ist es, eine Hilfestellung für das Verständnis und die praktische Ausübung der Verzierungskunst zu geben. In intensivem Quellenstudium erarbeiteten Karin und Eugen Ott ein präzises philologisches Bild davon, wie man mittels geistiger Durchdringung und künstlerischer Phantasie Musik dem Geschmack ihrer Entstehungszeit gemäß zum Klingen bringen kann. Sie vermitteln ihre Kenntnisse so anregend und verständlich, daß die musikalische Phantasie des Lesers geweckt wird und neben Verständnis für die Kunst anderer auch ein Anreiz für eigene Erfindung entsteht.

Perl, Helmut:
Rhythmische Phrasierung in der Musik des 18. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Aufführungspraxis. Wilhelmshaven (Heinrichshofen) 1994. (= TB zur Musikwissenschaft 90).

Historische Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts bedeutet für den Pianisten im Ernstfall der Rückgriff auf das historische Instrumentarium, auf Cembalo und Hammerklavier. Aberr auch derjenige, der weiterhin "seinen" Bach auf dem modernen Flügel spielen möchte, ist gut beraten, sich mit den Grundzügen der damaligen Spielweise und Klangästhetik vertraut zu machen. Perls Monographie geht den wichtigsten Fragestellungen nach: Behandelt werden Dynamik und Lautstärkedifferenzierung, Tempo und Takt, und vor allem auch die Frage der alten Applikatur (Fingersatz), die uns heutzutage merkwürdig anmutet, die sich aber durchaus musikalisch rechtfertigen läßt.

Pietsch, Hans Christian:
Grundlagen des Cembalospiels. Wilhelmshaven (Noetzel) 1987.

Quantz, Johann Joachim.:
Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen [1752]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1997.

Rosenblum, Sandra P.:
Performance practices in classic piano music. Their principles and applications. Bloomington (Indiana University Press) 1991.

Schenker, Heinrich:
Ein Beitrag zur Ornamentik. Wien (UE) 1908.

Schenker, Heinrich:
Die Kunst des Vortrags. Wien (UE) Jahr.

Schmitz, Hans-Peter:
Quantz heute. Der "Versuch einer Anweisung ..." als Lehrbuch für unser Musizieren. Kassel (Bärenreiter) 1987.

Schmitz, Hans-Peter:
Fürstenau heute. Flötenspiel in Klassik und Romantik. Kassel (Bärenreiter) 1988.

Schott, Howard:
Cembalo spielen. Cembalomusik, Spieltechnik, Instrumentenkunde. Kassel (Bärenreiter) 1983.

Spohr, Louis:
Violinschule. Wien (Haslinger) ca. 1832.

Sulzer, Johann Georg:
Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzelnen, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. 4 Bde., Leipzig 2/1792. Reprint: Hildesheim (Olms) 1980.

Tosi / Agricola:
Anleitung zur Singkunst [1757]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1994.

Türk, Daniel Gottlob:
Clavierschule oder Anweisung zum Clavierspielen für Lehrer und Lernende [1789]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1997.

Veilhan, Jean-Claude:
Die Musik des Barock und ihre Regeln (17.-18. Jahrhundert) für alle Instrumente. Paris (Leduc) 1977.

Waltz, Hermann:
Musikalische Vortragslehre. Berlin (Vieweg) 1936.

Wehmeyer, Grete:
Prestissimo. Die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der Musik. Hamburg (Kellner) 1989.

Die Polemik gegen den virtuosen Geschwindigkeitsrausch in der Musik mag zwar musikwissenschaftlich nicht haltbar sein, aber als Gegenpol zum sportiven "schneller, höher, weiter" auf den Konzertpodien hat das Buch durchaus seine Berechtigung.

Wieck, Friedrich:
Clavier und Gesang. Didaktisches und Polemisches [1852]. Reprint: Regensburg (ConBrio) 1966. (= ConBrio Reprint 2).

Witten, David (Hrsg.):
Nineteenth-century piano music. Essays in performance and analysis. Ort (Garland) 1996.