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Ideal und praktisch – das Unternehmen Tallis Scholars.
Interview mit Peter Philips

Dieses Interview ist erschienen
in der Zeitschrift CONCERTO Jg. 10 (1994/95), Heft 83, S. 23-27

Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 zählen die Tallis Scholars zu den erfolgreichsten Vokalensembles der Alten Musik. Daß ein auf die geistliche Musik der Renaissance spezialisierter Kammerchor weltweite Berühmtheit erlangt und Schallplattenauflagen in Höhe von 100.000 Stück erzielt, ist hierzulande immer noch erstaunlich. Die Tallis Scholars geben jährlich etwa 80 Konzerte auf der ganzen Welt. Das eigens gegründete Schallplattenlabel Gimell vertreibt aussschließlich die Einspielungen des Chores und hat bereits eine Reihe begehrter Auszeichnungen erhalten. Dabei sind es nicht nur der vielgerühmte Wohlklang und die Homogenität des Ensembles, die den Erfolg ausmachen. Die enge Begrenzung des Repertoires, der einheitliche Aufführungsstil, die gleichbleibende akustische Qualität der Aufnahmen und eine durchdachte Programmplanung zeugen auch von einem klaren kommerziellen Konzept und beweisen, daß sich Idealismus und philologische Entdeckerfreude durchaus mit gesundem Geschäftssinn vereinbaren lassen.

Die Fragen stellten Christiane a Campo und Wolfgang Lempfrid

CONCERTO: Sie singen ausschließlich geistliche Musik. Wie wichtig ist für Sie dabei der sakrale und liturgische Kontext?

Peter Phillips: Ich bin nicht sonderlich daran interessiert, einen imitierten Gottesdienst abzuhalten, wie manch andere Ensembles das tun. Andrew Parrott zum Beispiel achtet sehr darauf, in seinen Konzerten eine Atmosphäre zu erzeugen, die dem Ordinarium Missae entspricht, so daß man zumindest einen ungefähren Eindruck von der Abfolge der Ereignisse in einem Gottesdienst bekommt. Aber das möchte ich nicht - weder bei Aufnahmen noch im Konzert. Konzerte zu geben ist ein professionelles Geschäft, und ich plane die Programme so, daß es keine Verwechslung gibt zwischen der ursprünglichen liturgischen Funktion der Musik und dem, was wir aufführen. Ich setze Stücke aufs Programm, von denen ich glaube, daß sie wirklich gute Musik sind, in einer Abfolge, die das Publikum fesselt.

CONCERTO: Sie stellen die sakrale Musik also ganz bewußt in ein weltliches Umfeld ...

Peter Phillips: In der Tat, und wir haben keine Schwierigkeiten damit. Eine CD aufzunehmen, ist eine sehr weltliche Angelegenheit, und ich verstehe nicht, wie man versuchen kann, die Atmosphäre eines Gottesdienstes zu reproduzieren. Es kann nicht funktionieren. Egal wie intensiv man daran arbeitet, es ist kein religiöses Ereignis.

CONCERTO: Aber Ihre Aufnahmen klingen dennoch sehr durchgeistigt; es ist gleichsam eine Art meditativer Musik. Und damit haben Sie offensichtlich auch Erfolg Folgen Sie mit Ihren Interpretationen einer Modeerscheinung?

Peter Phillips: Ich hoffe, daß wir keiner Mode folgen. Ich mag keine Trends, weil sie sich ändern. Sicherlich ist das, was wir machen, zur Zeit modern. Es hängt zusammen mit der generellen Wiederbelebung der Alten Musik, obwohl wir mit dieser Bewegung im eigentlichen Sinne nicht viel gemein haben. Die Wiederbelebung Alter Musik hat nämlich viel zu tun mit den Instrumenten, und wir benutzen keine Instrumente. Im großen und ganzen profitieren wir aber von der Tatsache, daß das Publikum bereit ist, intensiver in die Vergangenheit einzudringen und sich mit verschiedenen Stilen auseinanderzusetzen.

CONCERTO: Glauben Sie denn, daß Ihre Schallplatten gekauft werden, weil die Leute an den Stücken interessiert sind, oder wollen sie nicht vielmehr den wunderbaren Klang der Tallis Scholars hören?

Peter Phillips: Ich weiß es nicht. Der schöne Klang der Tallis Scholars hat immer im Dienst der Musik gestanden. Vor allem ist die Qualität der Musik wichtig. Es wäre nicht sinnvoll, unseren Klang an zweitklassige Stücke zu verschwenden. Die Leute würden vielleicht immer noch sagen, daß es schön sei, aber ich würde mir so etwas ein zweites Mal nicht anhören. Es bringt nichts, wenn die Musik keine intellektuelle Tiefe hat. Wenn man aber dieselbe Mühe für Palestrinas "Missa Papae Marcelli" aufwendet, dann kann man das Stück immer wieder hören. Erst die Verbindung von kompositorischer und interpretatorischer Qualität hat einen bleibenden Wert. Mittlerweile haben wir uns einen Namen gemacht mit herausragenden Werken, die jederman kennt, und nun können wir dieselbe Arbeit auf Stücke übertragen, die zwar unbekannter, aber ebenfalls bedeutend sind wie etwa das "Requiem" von Cardoso. Wenn die Hörer mit mir übereinstimmen, daß es ein gutes Stück ist, dann gehen sie vielleicht das nächste Mal wieder das Risiko ein, eine Aufnahme der Tallis Scholars zu kaufen mit Stücken, von denen sie vorher nie etwas gehört haben. Wir gehen bei unseren Veröffentlichungen recht strategisch vor, indem wir immer wieder versuchen, einen Komponisten einzuschieben, von dem die Leute schon einmal gehört haben. Nach Cardoso kam Tallis, und im Augenblick denken wir über Jacobus Gallus nach, wegen seiner slowenischen Abstammung. Es könnte interessant werden, ein neuer Blick auf die Epoche. Ich möchte ein Bild vom ganzen Europa geben: England, Italien, die franko-flämische Musik – wir haben auch schon russische Musik aufgenommen ...

CONCERTO: ... aber doch wohl auch die Qualität der Interpretation?

Peter Phillips: Vielleicht werden die Leute durch den Sound der Tallis Scholars zu der Musik hingeführt, falls sie sie nicht schon vorher kannten. Aber es gibt viele Wege, Josquin zu interpretieren. Er war ein großer Komponist, und man kann ihn nicht auf einen Interpretationsstil festlegen.

CONCERTO: Wie wichtig ist für Sie die Aufführungspraxis der Renaissance?

Peter Phillips: Ich beziehe sie in meine Oberlegungen ein, wo immer es geht. Sehen Sie, ich habe eine wissenschaftliche Ausbildung, und deshalb möchte ich zunächst einmal alles über die Aufführungspraxis der Zeit wissen. Wenn wir ein Stück erarbeiten und die Sänger können es nicht in der Tonhöhe singen, die die Forschung für richtig hält, bin ich durchaus bereit zu sagen: Laßt uns die Theorie vergessen und es so gut machen, wie wir können. Aber bevor ich die Regeln breche, möchte ich sie erst kennenlernen.

CONCERTO: Sie nehmen sich also die Freiheit heraus, gegen die Regeln zu verstoßen?

Peter Phillips: Es gibt Grenzen dabei. Mit Vibrato zu singen ist sicherlich nicht das, was man damals machte. Aber Genaues wissen wir nicht darüber. Vielleicht sang man damals mit Vibrato, und niemand hat es erwähnt. Ich würde allerdings keinem meiner Sänger ein Vibrato erlauben, denn es zerstört meiner Ansicht nach sofort den Charakter. Mein Verständnis von polyphoner Musik ist, daß man die Linien jederzeit klar hören muß - das ist wesentlich. Es ist eine Art von Authentizität, die sich aus der Musik ergibt und nicht aus den Beschreibungen, wie man es damals gemacht hat. Zudem gibt es nur sehr wenige Beschreibungen. Es ist nicht so einfach wie mit der Authentizität von Instrumenten. Wir haben keinen Sänger aus jener Zeit und können nur raten. Wir können über Tonhöhen, Noten und Verzierungen diskutieren und uns so ein Gerüst bauen, aber dann sind wir auf uns gestellt.

CONCERTO: Sie haben in Ihrem Ensemble weibliche Sänger, was damals nicht erlaubt war.

Peter Phillips: Wir mußten hier einen Kompromiß eingehen, weil wir nicht mit Zwölfjährigen auf Konzerttournee gehen können. Es wäre ein Alptraum und kaum zu realisieren. Im übrigen mag ich Knabenstimmen nicht besonders.

CONCERTO: Aber wäre dies vom Klang her nicht authentischer?

Peter Phillips: Ich möchte daran erinnern, daß im 16. Jahrhundert der Stimmbruch später einsetzte. Die Jungen waren in der Regel siebzehn oder achtzehn Jahre alt, wenn sie in den Stimmbruch kamen. Es ist also nicht unbedingt authentisch, diese Musik mit Zwölfjährigen aufzuführen.

CONCERTO: Warum umfaßt Ihr Repertoire kein weltliche Musik?

Peter Phillips: Das Klangideal der Tallis Scholars ist von vornherein so gewesen, daß zwei Stimmen einen Part singen. Dieser Klang hat mir immer schon vorgeschwebt, seit ich jung war, und nun ist er unser Markenzeichen geworden. Das setzt einen kleinen Chor voraus im Gegensatz zu einem Madrigalensemble, wo jede Stimme solistisch besetzt ist. Wenn wir mit weltlicher Musik anfingen, müßten wir dieses Prinzip ändern, und das würde auch eine grundsätzliche Änderung unseres Klanges bedeuten. Man verliert dann den Chorklang, und es bleibt nur die vokale Wirkung.

CONCERTO: Wie groß ist Ihr Ensemble?

Peter Phillips: Unsere Standard-Besetzung sind zehn Personen. Das hat sich als praktikabel erwiesen. Die Konzertveranstalter müssen genau wissen, was unsere Auftritte kosten, und ich kann nicht sagen: Für dieses Stück brauchen wir zwölf Sänger, für ein anderes acht. In Konzerten müssen wir deshalb manchmal Kompromisse eingehen und einzelne Stücke solistisch besetzen. Ich hoffe, daß der Klang des Ensembles dann trotzdem erhalten bleibt. Unter Idealbedingungen, also wenn wir Aufnahmen produzieren, arbeiten wir mit so vielen Sängern, wie wir wollen. Bei der zwölfstimmigen "Erdbeben-Messe" von Brumel hatten wir 24 Sänger. Das war ideal. So etwas liebe ich.

CONCERTO: Sie haben Musik fast aller bedeutenden Renaissance-Komponisten aufgenommen. Nur Monteverdi fehlt in Ihrem Repertoire.

Peter Phillips: Wir beschäftigen uns ausschließlich mit der geistlichen Musik der Prima prattica. Die große sechstimmige Monteverdi-Messe ist noch weitgehend im Renaissancestil gehalten, aber der spätere Monteverdi liegt jenseits unseres Repertoires. Wir benutzen niemals Instrumente, und ich habe diese Grenzen mit Bedacht gezogen. Es sind also fast zweihundert Jahre vom Beginn der Renaissance mit Ockeghem, dem späten Dufay und Obrecht bis zum Ende, d.h. Cardoso, Tomkins und Duarte Lobo, der bis weit ins 17. Jahrhundert hinein gelebt hat. Wenn das nicht genug Repertoire ist! Wir könnten unser ganzes Leben damit verbringen, diese Musik aufzuführen. Das Material geht uns nicht aus. Warum sollten wir uns also ausweiten auf Monteverdis Seconda prattica? Irgendwo ist es auch schade, denn es ist großartige Musik...

CONCERTO: ...andererseits haben Sie auch schon Musik des 20. Jahrhunderts gesungen, zum Beispiel Kompositionen von John Tavener.

Peter Phillips: Ich liebe diese Musik, und ich wünschte, ich könnte mehr machen. Mit John Tavener bin ich befreundet. Aber es ist sinnvoller, daß wir uns spezialisieren, damit wir unser Image nicht zu sehr verwässern. Es gibt Ensembles, die machen gleichermaßen Bach, Britten, Bruckner und Ligeti. So etwas möchte ich nicht.

CONCERTO: Aber wäre nicht gerade Ligeti für Ihr Ensemble ideal...

Peter Phillips: Das sagen viele. Andererseits würde man bald schon feststellen, daß der Klang doch ein anderer ist, weil unser Klangideal sich auf Gesangstechniken der Renaissance und unseren Umgang mit der Renaissancemusik gründet.

CONCERTO: Sie wählen Ihr Programm danach aus, was dem Klang der Tallis Scholars angemessen ist?

Peter Phillips: Nein, andersherum: zuerst kommt die Musik. Allerdings gibt es bei uns keine dramatischen Änderungen des Klangs innerhalb des Renaissance-Repertoires, was vielfach auch auf Kritik stößt...

CONCERTO: Der Klang von Dufay und Ockeghem ist also derselbe wie in der Spätrenaissance?

Peter Phillips: Nein, durchaus nicht. Die Besetzung ist eine andere, und das hat auch Auswirkungen auf den Klang. Jedes Stück besitzt einen eigenen Charakter, der sich aus dem Tonumfang der einzelnen Stimmen ergibt. Der Tonumfang bei Ockeghem, seine Klangvorstellung, ist tief und dunkel. Cardoso hingegen bevorzugt hohe Sopranstimmen und einen weitaus größeren Tonumfang. Ich denke, wir sind dabei, solche Dinge erst herauszufinden. Wir sind wie Entdecker, die als erste ein fremdes musikalisches Terrain betreten, und ich hoffe, daß es in Zukunft Ensembles gibt, die sich auf einzelne Aspekte stärker spezialisieren, auf die späte spanische Renaissancemusik etwa oder auf die englische Musik. Diese Ensembles werden nicht alle gleich klingen, und das wird der Musik sehr zuträglich sein. Es ist notwendig, daß es unterschiedlich klingt, weil es auch damals wahrscheinlich unterschiedlich klang. Aber dafür müssen erst einmal die professionellen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Sänger müssen davon leben können' bevor sie sich auf das Risiko einlassen, sich zu spezialisieren. Und wer Renaissancemusik macht, ist ohnehin schon ziemlich spezialisiert.

CONCERTO: Unter dem Label »Gimell« vertreiben die Tallis Scholars ausschließlich Eigenproduktionen. Daß so ein spezialisiertes Label sich auf dem Medienmarkt durchsetzen konnte, hat viele überrascht.

Peter Phillips: Ein eigenes Label für ein Ensemble, das sich ausschließlich mit einer Sache beschäftigt, ist ein gutes Markenzeichen. Vor allem wenn man einen Preis gewinnt gegen all die anderen Labels, werden die Leute aufmerksam. Wir brauchen nicht einen ganzen Katalog zu offerieren, sondern haben einen eindeutigen Schwerpunkt. Das ist ein wichtiges Kriterium. Wir sind im Gespräch, die Musikliebhaber gehen hin und kaufen probehalber eine CD. Und sie können sicher sein, daß sie ein erstklassiges Produkt kaufen, denn wir gehen in der Produktion keine Kompromisse ein. So hat es sich dann weiterentwickelt.

CONCERTO: Wo verkaufen sich Ihre CDs am besten?

Peter Phillips: In den Vereinigten Staaten. Dann folgen Japan, Frankreich, Großbritannien. In Deutschland war der Umsatz bisher schwächer, aber er wird immer stärker. Wir haben hier noch nicht so viele Konzerte gegeben, und vielleicht ist es auch eine Frage des Repertoires. Die Renaissance hat nicht viele deutsche Komponisten hervorgebracht; der wichtigste ist Isaac; die anderen sind meist frankoflämischer Abstammung. Isaac ist mehr eine Art deutscher Gelehrter. Wir haben eine CD mit Isaac gemacht, und in der Tat: Sie hat sich in Deutschland besser verkauft.

CONCERTO: Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg ausgerechnet in Japan?

Peter Phillips: Die Japaner sind begierig nach westlicher Kultur. Wenn sie nach England kommen, besichtigen sie die Kirche, in der wir Aufnahmen machen. Vor allem sind sie versessen auf HiFi. Wahrscheinlich sitzen sie zu Hause mit Kopfhörern und ihrem ganzen Equipment und versuchen sich einen Kirchenraum vorzustellen. Das digitale Aufnahme-Verfahren kam für uns zur rechten Zeit. Es verändert nämlich auch die Art, wie Leute die Musik wahrnehmen, weil man jede Kleinigkeit hört und jede Stimme eines polyphonen Satzes verfolgen kann.

CONCERTO: Ihre Aufnahmen produzieren Sie unter strengen akustischen Bedingungen, immer in derselben Kirche. Haben Sie jemals daran gedacht, Live-Aufnahmen zu machen?

Peter Phillips: Ich bin noch unschlüssig. Eine unserer Möglichkeiten des Ausdrucks ist es, einen sauberen und homogenen Klang zu erzeugen. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, wie intensiv die Musik dem Hörer vermittelt werden kann. Der Klang ist das Medium. Und im Konzert kann alles Mögliche passieren, ein vorbeifahrendes Polizeiauto oder ein Flugzeug... das würde alles zerstören und die Fähigkeit der Musik zur Kommunikation verringern. Deshalb arbeiten wir bei Aufnahmen unter Idealbedingungen.

CONCERTO: Singen Sie lieber in Kirchen oder in Konzertsälen?

Peter Phillips: Die Kirchen bieten sicherlich ein schöneres Ambiente, und ich will abwarten, was nun bei unseren Konzerten in Deutschland geschieht. In den anderen Ländern haben wir in Kirchen angefangen, aber dann brauchten die Veranstalter wegen des großen Zuspruchs auch größere Säle.

CONCERTO: Ist für die sakrale Renaissancemusik die Akustik eines Kirchenraums nicht besser geeignet?

Peter Phillips: Nicht unbedingt. Wenn der Nachhall zu stark ist, was in großen Kathedralen leicht der Fall ist, dann bringt es keinem etwas. Wir können nicht aufeinander hören, und im Raum verwischen die einzelnen Stimmen. Was ich bevorzuge, ist ein wenig Nachhall, aber ein sicheres, festes Fundament, so daß man alle Details verfolgen kann. In guten Konzertsälen ist so etwas eher möglich. Im Opernhaus von Sidney haben wir vor dreitausend Zuhörern gesungen, und es gibt nicht viele Kirchen, die soviele Zuhörer fassen. Und der Raum ist akustisch so gut gestaltet, daß jeder alles hören kann, was auf der Bühne geschieht...

CONCERTO: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Peter Phillips: Ich möchte unbedingt Aufnahmen mit Gombert, Ockeghem und Philippe de Monte machen. Ich halte de Monte für ebenso bedeutend wie Palestrina man muß es den Leuten nur erst nahebringen. Und dann: Haben Sie schon einmal von Philippe Rogier gehört? Eines Tages zeigte mir jemand eine sechsstimmige Messe von Rogier, die auf einer Motette von Gombert basiert. Wir haben für die BBC ein wenig Rogier aufgenommen, und es war ein großer Erfolg. Ich denke, Gombert und Rogier wären ein gute Koppelung für eine Produktion.