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Marpurg: Anleitung zum Clavierspielen

Kap. 1.9.1.5

V. Classe der Setzmanieren.

<41> Hieher gehören alle vermischte Manieren, wenn nemlich schwebende lauffende, rollende oder gebrochne Figuren zusammen gebracht, <43> oder sonsten die Haupt- und harmonischen Noten, dergestalt mit Wechsel- und durchgehenden Noten untereinander durchgeflochten werden, daß man sie nicht bequem nach dieser oder jener Classe von Manieren auflösen kann, weswegen man dergleichen Figuren auch nur insgemein schlechtweg § Passagen, Gänge, Wendungen, u.s.w. zu nennen pfleget.

Anmerkung.
Mit diesen itzt erklärten Setzmanieren werden die sogenannten Cadenzen ingleichen die willkührlichen Veränderungen gemacht, mit welchen man aus dem Stegereif ein Stück auszuzieren pfleget. Wenn ein gewisser Klangfuß bey dergleichen Auszierungen angenommen, und bey jeder Wiederhohlung eines dazu gemachten Stückes derselbe mit einem andern abgewechselt wird: so entstehen daraus alsdenn die sogenannten Variationen. Aber sowohl zum Vortrage der willkührlichen Auszierungen, als des Stückes an sich, hat man anderer kleinen Auszierungen nötzig, und diese werden in dem folgenden Artikel erkläret werden.