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Marpurg: Anleitung zum Clavierspielen

Kap. 1.9.1.4

IV. Classe der Setzmanieren.

<42> Wenn eine zum Grunde liegende Harmonie ganz oder zum Theil in einer Stimme zergliedert, und dadurch die Hauptnote mit den übrigen harmonischen Noten wechselsweise berühret wird: so entstehet daraus eine Manier, die man eine Brechung oder eine gebrochne Figur heißt. Man sehe einige Exempel bey Fig. 7. Tab. III.

NB: Tab. III. Fig. 7

Es gehen diese Manieren ins unendliche, und sind sie folglich die fruchtbarsten in der ganzen Setzkunst. Man siehet, daß die § Sprünge oder § springenden Sätze aus der Brechung ihren Ursprung nehmen.

Anmerkung.
Wenn man hin und wieder eine Wechsel- oder durchgehende Note mit unterlauffen läßt, so nennet man solches alsdenn ein accentuirtes Brechen. Man sehe Tab. III. Fig. 8. wo die kleinen Sternchen die durchgehenden Noten anzeigen, so wie Fig. 9. die Wechselnoten damit angedeutet sind.

NB: Tab. III. Fig. 8 / 9